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Problem der Wasserversorgung

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Der Klimawandel als auch die wachsende Weltbevölkerung in den Schwellenländern stellen die Umwelt vor neue Herausforderungen. Insbesondere ist hiervon die sonst natürliche Ressource Wasser betroffen. Wasser ist wie kein anderes Gut so stark in sämtliche Lebensbereiche des Menschen integriert, dass sie oftmals als zu selbstverständlich gesehen und genutzt wird. Wasser ist eine für den Menschen elementare Ressource, deren Zugang oft nur durch hohe Anstrengungen bewältigt werden kann. In einigen Regionen der Erde führen regelrechte Wasserkonflikte bereits zu ersten kriegerischen Ausschreitungen und politischen Konflikten.

Folglich geraten Themen rund um das Wasser vermehrt in den Fokus internationaler Organisationen, der Politik und Gesellschaft. Messen, Kongresse und Ausstellungen wie die Weltwasserwoche in Stockholm oder der IWA World Water Congress zeugen von der Aktualität der Thematik und stehen für das stetig steigende Bewusstsein zum Thema Wasser als Ressource der Gesellschaft. So ist es hinlänglich bekannt, dass ohne Wasser kein Lebewesen überleben, kein Wohlstand gebildet und kein Glück gesucht werden kann. Wasser ist ein unersetzbarer Stoff, der nicht nur als Lebenserhaltung, sondern auch Voraussetzung zahlreicher Produktionsprozesse in der Landwirtschaft und Industrie gesehen werden kann. Schaut man auf die Wasservorkommen in Mitteleuropa, so kann angeführt werden, dass hier die Wasserver- als auch entsorgung geregelt ist. Jedoch gibt es zahlreiche Teile der Erde, in denen eine massive Wasserverknappung an der Tagesordnung ist. So erleiden jährlich etwa 500 Millionen Menschen Erkrankungen aufgrund einer unzureichenden Wasserversorgung, von denen zwei Millionen Menschen sterben. Rund sechzig Prozent der weltweiten Kindersterblichkeit ist auf Ursachen zurück zu führen, die durch den Konsum verschmutzten Wassers hervorgerufen werden. Die auftretenden Krankheiten sind beispielsweise Cholera, Tuberkulose oder Trachome. Schaut man auf die Entwicklungs- und Schwellenländer, so sind mit einer unzureichenden Wasserversorgung auch Effekte wie Vertreibung, Verarmung und ökologische Defizite verbunden. Wasser wird somit zu einer strategischen Ressource und erlangt durch seine natürliche Beschränktheit eine elementare Bedeutung in vielen Teilen der Erde.

Wasser wird somit zunehmend zu einem strategischen Anliegen. Hier bedarf es einem verantwortungsvollen Handeln. Viele Staaten haben haben deshalb Abkommen geschlossen, die die Ressource Wasser in grenzüberschreitenden Regionen regeln. Dabei soll die Gefahr der übermäßigen Verschmutzung als auch der zu starken Nutzung vorgebeugt werden. Die Interessen der Beteiligten sollten dahingehend ausgleichend berücksichtigt werden, sodass ein gemeinsames Wohl sichergestellt und Nutzenkonflikten aus dem Weg gegangen werden kann. Konflikte können in diesem Zusammenhang unterschiedliche Ursachen haben. So können diese territorial zwischen mehreren Ländern oder sozial in Bezug auf arme und reiche Menschen begründet sein. So prophezeite die Weltbank bereits im Jahre 2004, dass die Kriege dieses Jahrhunderts nicht mehr wegen des Öls, vielmehr aber wegen des Wassers ausgetragen werden.

Schaut man auf den gesamten Wasservorrat der Erde, so wird dieser auf 1,4 Milliarden Kubikkilometer geschätzt. Jedoch sind davon 97% Salzwasser und lediglich 2,5% Süßwasser. Davon sind wiederum 65% in Eis auf den Polarkappen und in Gletschern gespeichert. Weitere 30% liegen im Grundwasser und weniger als 1% ist in Flüssen und Seen verfügbar. Die Regeneration des verschmutzten Wassers ist in einem Kreislauf eingebunden, der durch die Sonnenenergie gespeist wird. Angetrieben davon verdunsten auf den Meeren jährlich etwa zwischen 400.000 und 450.000 Km³ Wasser. 90% davon regnen wieder über den Salzwasserflächen ab. Lediglich die restlichen 10% erreichen im Verbindungskreislauf das Festland. Rechnet man das Wasser, welches auf den Kontinenten verdunstet mit hinzu, kommt man auf etwa 110.000 Km³. Davon fließen wieder 40.000 Km³ durch die Flüsse in die Meere. Damit schließt sich der Verdunstungskreislauf zwischen den Meeren und dem Festland. Eine statistische pro Kopf Verteilung auf die 6,9 Mrd. Menschen der Erde sei an dieser Stelle nicht zielführend, zumal die Wasservorkommen nicht gleichmäßig verteilt sind. Auch kann nicht pauschal gesagt werden, dass der Niederschlag auf dem Festland ohne weiteres den Einwohnern zur Verfügung steht, denn etwa ¾ dieser Vorkommen fließen ohne jemals genutzt zu werden in die Ozeane zurück. Weitere 5.000 km³ regnen in schwer zugänglichen Regionen wie beispielsweise in den Alpen oder über Russland ab. Lediglich der Rest ist unmittelbar zugänglich. Aufgrund der regionalen Unterschiede der Trinkwasserverfügbarkeit ist es eine Frage der Technik, wie die Ressource auch in Regionen mit geringer Verfügbarkeit genutzt werden kann. Hierbei kann man sich Dammbauprojekten, Brunnenbohrungen oder Leitungsnetzen bedienen. Jedoch reicht dies nicht aus, um Menschen abseits von Netzversorgungen, den sogenannten Remote Areas zu bedienen. Hier müssen andere Wege gefunden werden, die abgelegene Regionen mit Wasser versorgen.

Eine Möglichkeit besteht hierbei in der Versorgung durch Tankanlagen. Zudem kann Wasser durch Filteranlagen gereinigt werden. Dies ist je nach Region jedoch mit sehr hohen Aufwendungen verbunden, da diese Filter durch Fachpersonal gereinigt und instandgehalten werden müssen. Teure Filterkartuschen machen die Ressource Wasser zudem teuer. Auch besteht die Gefahr der Verkeimung innerhalb einer Filteranlage. Es ist deshalb unabdingbar, dass eine Technik innoviert wird, die es den Usern ermöglicht, ihr Trinkwasser selbst zu produzieren. Die Vorgehensweise zur Trinkwassergewinnung soll dabei von der Natur kopiert werden. Über Verdunstungsprozesse wird eine Art natürlicher Filter erstellt, der es ermöglicht reines Trinkwasser zu produzieren. Es soll das Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe angewendet werden. Das Problem der meisten Regionen der Erde ist nicht die Verfügbarkeit von Wasser, vielmehr ist die Verfügbarkeit von Trinkwasser eines der wichtigsten Aspekte, die bedacht werden muss. Dies gilt nicht nur für Schwellenländer oder Länder der dritten Welt. Auch sehr stark industrialisierte Länder wie die UAE haben das Problem der natürlichen Grundwasserversalzung in Küstenregionen.

Es ist anzumerken, dass die Technik nicht nur in Schwellenländern oder Ländern der dritten Welt angewendet werden kann. So verfügt die UAE beispielsweise über jegliche Mittel, ein hervorragendes Netz auszubauen. Jedoch lohnt dies nicht immer, wenn einzelne abgelegene Häuser von hervorragender Bausubstanz mit dem Leitungsnetz verbunden werden. Hier besteht die einzige Möglichkeit der Wasserversorgung über Tankanlagen, die regelmäßig befüllt werden. Dies ist jedoch mittel- als auch langfristig mit hohen Kosten verbunden. Durch die Sunwater-Factory ergibt sich hier eine Möglichkeit, Trinkwasser aus verunreinigtem Wasser herzustellen. Es handelt sich hierbei um eine Low-Tech Apparatur, welche effektiv zur Gewinnung von Trinkwasser aus kontaminiertem Wasser genutzt werden kann. Dabei bedient man sich dem Konzept des globalen Wasserkreislaufs in der Natur. Mit Hilfe von Sonnenenergie wird Wasser zur Verdunstung gebracht und anschließend wieder aufgefangen. Die modulare Bauweise ermöglicht es, die Trinkwassergewinnung an die jeweiligen Gegebenheiten einzelner Länder anzupassen. Der Vorteil gegenüber ähnlichen Produkten besteht darin, mehrere Einheiten verketten zu können. Das dabei entstehende System ermöglicht einen Multiplikatoreffekt. Der Brauchwassereintritt als auch der Trinkwasseraustritt kann ohne Energiezufuhr geschehen. Folglich ist das System vollkommen autark und kann in Regionen, die über keine Infrastruktur verfügen, mühelos, abhängig von der Anzahl der aneinander geketteten Module innerhalb weniger Stunden in Betrieb genommen werden.

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Kompetenzentwicklung durch Open Innovation

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Mangelnde Kreativität, hohe Flopraten, mangelnde Koordination und Innovationsphobien sind nur einige Gründe, warum Innovationsprozesse in Systemen heutzutage ineffektiv und unwirtschaftlich durchgeführt werden. Dies liegt u.a. auch daran, dass traditionelle Techniken der Innovation, über welche Kunden und Mitbewerber erst in der Markteintrittsphase von neuen Produkten erfahren, angewandt werden. Bisher halfen aufwendige, traditionelle Positionierungsmodelle, das Produkt am Markt mit dem Ziel zu positionieren, eine bis dahin unbekannte Käuferschaft anzusprechen. Die Ernüchterung der Unternehmen im Falle eines Flops kam immer dann, wenn sich die Verkaufszahlen nicht in dem Umfang realisierten, wie zuvor in der Strategischen Planung festgelegt. In den Konsumgütermärkten liegen die Flopraten bei 80%. Hiervon sind Kleinstbetriebe, KMU als auch Großunternehmen betroffen.

Der schnelle Wandel im heutigen Wirtschaftsleben, als auch die zunehmend technische und soziale Komplexität und die Unsicherheit auf den internationalen Märkten, lassen es nicht mehr zu, den Kunden vom Entwicklungsprozess auszuschließen. Im B2B-Bereich wird der Kunde bereits seit Jahrzehnten mit eingebunden, um seine genauen Vorstellungen zu verwirklichen. Eigenen Befragungen zufolge gibt es Unternehmen, die diese Art der Kundenintegration seit Jahren betreiben, sich dessen jedoch aus wissenschaftstheoretischer Sicht gar nicht im Klaren sind.

Im anonymen Konsumgütermarkt stellt sich die Kundenintegration erheblich schwieriger dar, da dort oftmals der Produzent einer völlig anonymen Käuferschaft gegenüber tritt. Dabei kann die Integration der Abnehmer im Innovationsprozess auch bei einfachsten Produkten erfolgversprechend sein. Hier werden bestimmte Kunden mit einbezogen und ermutigt, Produkte mitzugestalten. Jedoch ist es oftmals nicht einfach, sog. Lead-User zu identifizieren. Hier bedarf es neuer Konzepte und Ideen, Nutzer am Entwicklungsprozess teilhaben zu lassen. Web-2.0 Technologien können an dieser Stelle einen Beitrag leisten, um von Seiten des Unternehmens mit dem Kunden massenhaft in Kontakt zu treten, ohne dass die Kosten explodieren. Bei Web 2.0 wird – im Vergleich mit der traditionellen Außenkommunikation, d.h. Werbung – keine Ein-Weg-Kommunikation realisiert, sondern die Kunden können ihre Vorschläge und Ideen dem Unternehmen mitteilen und sich selber für die weitere Einbindung durch ihren Aktivitäts- und Innovationsindex qualifizieren. Dabei setzt das Unternehmen die Zwei-Wege-Kommunikation ein, indem es auf die zukünftigen Nutzer, die nicht mehr als einfache Konsumenten gesehen werden, hört. Es stellt sich jedoch die Frage, ob Kunden bei bestimmten Weiterentwicklungen aus technischer Sicht hilfreich sein können, wenn sie nicht über das notwendige Know-How verfügen. Es ist in diesem Fall zu untersuchen, in wie weit der Kunde hier im Rahmen des Open-Innovation mit einbezogen werden kann.

Durch diese Art der neuen Innovationsform kann nicht nur das Unternehmen vom Kunden, sondern vielmehr auch der Kunde vom Unternehmen lernen. Hier kann es zu beidseitigen Kompetenzentwicklungsprozessen kommen. In welchem Umfang die Kunden vom Unternehmen lernen und Kompetenz aufbauen können, ist zu untersuchen. Dazu gilt es Lead-User zu identifizieren und diese in ihrem Lernprozess zu fördern. Ob ein Nutzer Kompetenzen aufbauen kann, ist jedoch nicht immer direkt erkennbar. Das Unternehmen kann hier Grundlagen schaffen und bestimmte Plattformen zur Verfügung stellen. Auch ist zu hinterfragen, ob die User bestimmtes Wissen und Werte mitbringen sollten, um am Innovationsprozess teilhaben zu können. […]

In einem internationalen Projekt zur Trinkwassergewinnung http://www.sunwaterfactory.com werden Daten bezüglich der Kompetenzentwicklung unterschiedlicher Interessengruppen erhoben. Das mit der Gesellschaft für Innovationstechnologie arbeitende Forschungsinstitut in Dubai bietet hierbei eine gute Plattform zur Untersuchung.

Hintergrundinformationen zum Problem der Wasserversorgung

Download Handout: Kompetenzentwicklung durch Open Innovation

Dubai_feldtest_03

Dubai_feldtest_06

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